Einführung in die Bebop Scale

Transkript des Videos:

Wenn du dir tolle Jazzpianisten anhörst, dann wirst du feststellen, dass die vielfach Töne spielen, die eigentlich falsch sind und irgendwie schaffen sich diese Töne so einzureihen, dass sie trotzdem richtig klingen. Also die Pianisten, wenn sie auch falsche Töne spielen, dann hört sich das immer irgendwie hip, groovy, jazzig irgendwie an, aber so dass es trotzdem irgendwie stimmig ist. Und darunter liegt natürlich ein Konzept, das ist klar. Also ich kann nicht einfach irgendwelche Töne spielen und dann sagen: Ja, okay, das ist jetzt irgendwie Jazz. Das funktioniert nicht.

Also wenn du mehreren Pianisten zuhörst, ich möchte dir empfehlen, dass du vielleicht ein bisschen traditionellere Pianisten anhörst, zum Beispiel Diana Krall, Monty Alexander und solche Sachen, die spielen auf eine Art Jazzpiano – Michel Petrucciani empfehle ich dir auch – die eher so ein bisschen kommerziell ist und trotzdem spielen sie auch Noten, viele Noten, die eigentlich rein von der Harmonielehre her, von der gängigen Harmonielehre, eigentlich falsch sind. Jetzt möchte ich dir eine einfache Tonleiter vorstellen um was es hier geht grundsätzlich. Es geht um die so genannte Bebop Scale. Diese Note enthält, oder diese Scale, diese Tonleiter, enthält eine Note, die eigentlich, musiktheoretisch falsch ist. jetzt, wir haben ja vielfach im Jazz mit dissonanten Klängen zu tun, wenn ich hier zum Beispiel einen C7 so spielen werde, ich lasse hier die Quinte jetzt weg und so kriege ich den Grundton c-e-b flat.

Jetzt, wenn ich eine Tonleiter hier, eine mixolydische spielen werde, würde sich das so anhören. Jetzt der Grund warum dass ich eine Note hinzufüge ist folgender: Wenn ich diese Noten hier so spiele habe ich: [Musik] eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben und die acht ist wieder die erste Note. Jetzt, in vielen Fällen, wenn die Jazzspieler irgendwelche Lines spielen, dann bewegen sie sich meistens in Achtelnoten. Und wenn ich das, diese Note, diese Tonleiter jetzt so anschaue, dann habe ich sieben Noten drin, sieben verschiedene Noten, die Achte wäre wieder die Erste. Und jetzt füge ich einfach eine Note hinzu und da kriege ich eine Acht-Ton-Tonleiter in diesem Sinne und so habe ich jetzt: [Musik] eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, eins. Also jetzt füge ich hier einen b hinzu. Wenn ich das rückwärts spiele, dann hört sich das für meine Ohren noch besser an, es ist auch gebräuchlicher. Ich werde das auch mehr verwenden in der Improvisation, wenn ich diese Sachen rückwärts spiele, von oben nach unten, dann hören sie sich einfach besser an. Das wäre zum Beispiel dann [Musik] eins und zwei und drei und vier und eins. Und jetzt merkst du, die Eins ist wiederum ein c. Wenn ich einen Viervierteltakt habe, ich habe acht Achtelnoten drin, ja dann fügt sich das wunderschön hier mit Achtelnoten. Das Ganze nochmals: [Musik] eins und zwei und drei und vier und eins. Vom Fingersatz her kannst du sowas, ich hab jetzt hier den Ringfinger genommen, es gibt mehrere Möglichkeiten, du kannst das auch so: [Musik] eins und zwei und drei und vier und eins. Ich werde hier jetzt mit dem vierten Finger übergreifen.

Genau, sobald ich jetzt das Swing Feel hinzufüge, hast du jetzt gemerkt, uh jetzt hört es sich schon groovy an. Also ich werde hier natürlich, wenn ich starte, habe ich den Offbeat hier, also die Eins und die und wäre jetzt der b hier und so kriege ich: [Musik] eins und zwei und drei und vier und eins, zwei drei, vier, eins und zwei und drei und vier und eins. Okay, also, nochmal zusammengefasst: Die Bebop Scale ist nichts anderes, als eine mixolydische Tonleiter, das heißt, Durtonleiter mit einer kleinen Septime und jetzt werde ich zugleich auch noch eine große Septe hinzufügen, so dass ich hier zuerst eine chromatische Wendung habe, also das sind nur Halbtöne und danach geht’s normal nach unten. Und ich möchte dir empfehlen, dass du es zuerst ein paar Mal so spielst und dass du gleichzeitig das auch mitsingst, also dass du: [Musik] da-da-du-da-di-da-du-da-da, ba-ba-bu-ba-bu-ba-di-da-da. Okay, mit der Zeit gewöhnst du dich an den Sound und du wirst merken, wenn du das später in den Improvisationen verwenden wirst, dann wird sich dein Spiel um einiges jazziger anhören.