Intro kreieren über einen Weihnachtssong

Etwas einfaches und sehr effektives: Du kannst praktisch über jeden Weihnachtssong ein Intro kreieren. Das hört sich jetzt schwieriger an, als es ist:

  • Verschiebe einfach Deine Hände 2 Oktaven nach oben
  • dann spiele mit der linken Hand den Akkord
  • mit der rechten Hand denselben Akkord, aber mit einer anderen Umkehrung
  • und dann konzentrierst Du Dich nur noch auf die Rhythmik, die richtigen Töne hast Du schon alle unter den Fingern
Das Bild, dass Du dann quasi musikalisch umsetzt, ist etwa so eine Ballerina oder eine Spieldose. Hat dann zuerst gar nicht mehr viel mit pompösem Klavierspiel zu tun. Einfach ausprobieren – viel Spass!
Transkript zum Video:

Okay, hallo und herzlich willkommen zu einem neuen Video. Was habe ich nun gespielt vorhin? Ich habe immer noch “Leise rieselt der Schnee” gespielt. Ich habe eine kleine Improvisation gemacht, ich habe ein kleines Intro gespielt und Weihnachtslieder eignen sich extrem gut zum tolle, kleine Intros zu spielen in dieser Art, ähnlich, wie wenn du dir vorstellst, wenn du einem Glockenspiel zuhörst oder so einem, dieser kleinen Dinger, die man früher hatte zum Aufdrehen – das sollte sich ein bisschen so anhören.

Ich finde, das ist ein toller Übergang, so wie ich es jetzt hier gemacht habe: Zuerst ein bisschen oben was gespielt und dann bin ich nach unten gegangen. Und jetzt die Frage: Was habe ich gespielt. Also, ich möchte es dir konkret zeigen. Das ist etwas, ich werde hier jetzt dir keine Noten liefern , keine exakten Beispiele, sondern ich erkläre dir das Konzept, das dahinter steht hinter so einem Intro und das kannst bei praktisch allen Weihnachtsliedern so ähnlich verfahren später.

Okay, also, was habe ich gemacht. Ich habe zuerst mal beide Hände vom c’ – noch drin in der Kamera – ich hab die nach oben genommen und bin jetzt hier mit der linken Hand beim c’. Also wenn ich einen Akkord so spielen würde, den C, dann hätte ich den jetzt hier oben anstelle von eine Oktave weiter unten. Ja? Okay, und die andere Hand, die habe ich nochmals eine Oktave weiter oben oder sogar noch höher, das ist dann Geschmackssache, da kannst du frei wählen. Also du rutschst mit beiden Händen hinauf beim Klavier und jetzt habe ich – ähm, ein bisschen salopp ausgedrückt – ich habe hier rumgespielt, ich habe über die Akkord-Changes gespielt mit Umkehrungen und kleinen Melodien. Also, wenn ich jetzt mit der linken Hand, nur die linke Hand so anschauen werde, dann habe ich jetzt hier, alles klar, C Grundstellung, G, erste Umkehrung, F zweite Umkehrung.

Das ist so mein Standard, den ich jetzt hier unten habe für die ersten acht Takte und hier oben habe ich nichts anderes gemacht, hm bisschen vereinfacht ausgedrückt, als dass ich nochmals eine Umkehrung genommen habe. Also ich habe zum Beispiel beim ersten Akkord, beim C, habe ich das so gespielt: Hier unten Grundstellung und hier oben habe ich die erste Umkehrung, dann beim G habe ich mit der linken Hand die erste Umkehrung und dann habe ich hier die zweite Umkehrung verwendet mit der rechten Hand und so kriege ich das, also C, und dann zum G, genau und das Ganze habe ich jetzt noch in einen 3/4-Rhythmus gepackt. Wenn ich jetzt nur Viertelnoten spielen würde, könnte sich das so anhören. Ich könnte hier zum Beispiel eine punktierte Halbe spielen und diese einfach klingen lassen und hier werde ich nur Viertel spielen, dann hört sich das so an: [Musik] eins, zwei, drei, eins, zwei, drei, eins, zwei, drei, eins, zwei, drei – das wären jetzt die ersten vier Takte gewesen von “Leise rieselt der Schnee”. Also ein C, G, C und nochmals C. Das Ganze im Tempo wäre dann [Musik] eins, zwei, drei, eins, zwei, drei, eins, zwei, drei, eins, zwei, drei.

Relativ einfach und trotzdem hört es sich schon sehr gut an. Ich kann natürlich dieses Arpeggio hier auch umdrehen, das heißt, ich spiele einfach von oben, dann hätte ich das: [Musik] eins, zwei, drei, eins, zwei, drei, eins, zwei, drei, eins, zwei, drei.

Und jetzt kommt wieder das Thema mit der Gleichzeitigkeit. Ich habe vermutlich in diesem Kurs auch schon erwähnt, Klavierspielen hat immer mit Gleichzeitigkeit zu tun, Musikmachen immer mit Gleichzeitigkeit, weil wir hören etwas, wir bewegen mit den Händen etwas und wir sind trotzdem immer noch verbunden mit der Pulsation. Also es kommen immer mehrere Sachen miteinander zusammen. Und jetzt, was du hier machen kannst ist, du kannst laut mitzählen, so wie ich das vorhin demonstriert habe, also eins, zwei, drei und währenddem spielst du hier mit der rechten Hand zum Teil Achtelnoten, zum Teil Viertelnoten und ich mache jetzt mal was völlig freies mit Achtel und Viertel, dann hätte ich: [Musik] eins, zwei, drei, eins, zwei, drei, eins, zwei, drei, eins, zwei, drei, eins, zwei, drei, eins, zwei, drei, eins, zwei, drei, eins, zwei, drei.

Genau, ich habe jetzt abgewechselt zwischen Viertelnoten und Achtelnoten hier und ich habe das frei gestaltet, also ich hab das jetzt nicht irgendwie vorhin stundenlang geübt, ich könnte es auch nicht nochmals so spielen, wie ich das gespielt habe, sondern das soll wirklich frei sein.

Also probier einfach mal hier ein Arpeggio zu spielen und dann [Musik] eins und zwei und drei und eins, zwei, drei, eins und zwei und drei und eins, zwei, drei – das wäre jetzt vielleicht wie eine Vorübung dazu, dass du zuerst mitzählst eins und zwei und drei und eins, zwei, drei.

Okay, ja und so habe ich das dann frei gestaltet. Ich bin dann später zum F gekommen, ich habe hier den F in der zweiten Umkehrung und hier habe ich vermutlich vorhin die Grundstellung gespielt. Okay, also ich werde nochmals ein Beispiel spielen und denk daran, das ist nicht in Stein gemeißelt, also du kannst wirklich ausprobieren und was sich gut anhört für dich, das ist auch gut und richtig und wird sich für die Zuhörer vermutlich auch gut anhören. Also, viel Spaß beim Üben.