Newsletter 21: Über das Repetieren & korrekte Üben

Meine Schüler fragen mich manchmal, wie lange sie etwas üben sollen.

Meine einfache Antwort:
Bis etwas “leicht” für dich zu spielen ist, bis du es von der ersten Note an korrekt spielen kannst
.

Eine einfache Aussage, doch ich denke, das trifft den Kern der Sache. Was ist nun gemeint damit?

1. “leicht zu spielen” bedeutet so viel wie: Du kannst dich voll und ganz auf die Gefühlsebene der Musik begeben. Ist die Aussage des Stücks heiter, humorvoll oder traurig? Solange wir noch mit den Mechanismen beschäftigt sind wie z.B.

  • wo befinde ich mich im Stück
  • wo ist die 1?
  • Himmel, jetzt kommt dann die schwierige Stelle

können wir uns noch nicht auf die Gefühlsebene der Musik bewegen. Schau dir wirklich gute Musiker in Live-Konzerten an. Obwohl das was sie tun viel Können erfordert, kommt es easy daher. Es wird gelächelt, mit dem Publikum kommuniziert, ausprobiert …

2. Etwas auf Anhieb korrekt zu spielen braucht längere Zeit und viel Repetition. Meine Schüler teilen mir im privaten Unterricht immer wieder mit, dass sie dieses und jenes doch zu Hause gerade eben noch beherrscht haben und jetzt einfach nicht mehr. Frust. Ich glaube es ihnen nur zu gern. Ich weiß ja selber wie das ist, vor allem aus früheren Zeiten.

An Wochenenden spiele ich oft auf Hochzeiten & Trauungen Klavier. Stell dir vor, wenn ich bei einer Trauung zu spielen beginnen würde und dann etwa 3 bis 4 Anläufe benötigen würde, bis “es sitzt”…

Probiere während deiner Übeeinheit zu Hause folgendes: Nimm irgendetwas, dass du schon beherrschst (meinst zu beherrschen) und spiele es. BEVOR du beginnst, konzentriere dich mental auf das, was du spielen möchtest.

  • Tempo
  • Tonart
  • Fingersätze

Und dann spiele es. Wenn du es mindestens 10x ohne Fehler VON BEGINN AN spielen kannst, dann hast du es wirklich drauf. Falls dir das noch nicht gelingen sollte, dann mache es einfacher für dich:

  • langsameres Tempo
  • ändere die Tonart in eine dir mehr vertraute
  • spiele nur die linke oder rechte Hand
  • etc.

 

Mit musikalischen Grüssen

Sven Haefliger

P.S. Achtung, etwas möchte ich noch hinzufügen: ganz zu Beginn, wenn die Finger noch nicht so richtig wollen, dann macht es wenig Sinn, den Bewegungsablauf endlos zu wiederholen. Merke: alle spieltechnischen Prozesse dauern länger. Hingegen alles Verstandesmässige, dieses solltest du wirklich 100%ig abrufparat haben. Und dementsprechend solange üben, bis dir die Informationen “zufliegen”. Hier kannst du etwas über die ganzheitliche Methodik lesen.

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