Pulsation ins Zentrum stellen

 

Transkript zum Video:

Wenn wir hier jetzt nun in die Entspannung kommen wollen, dann gibt es im Grunde zwei verschiedene Ansätze, die wir verfolgen können: Das eine ist, wir lassen die Pulsation ganz weg, du kennst den Music Explorer bereits aus anderen Kursen, aus dem PianoStarter, hier haben wir Harmonik, Melodik, Rhythmik. Jetzt angenommen ich lasse einfach den Kreis Rhythmik weg, dann habe ich unendlich viel Zeit die Tasten zu suchen, diese zu drücken und diese einfach wirken zu lassen. Das haben wir in einem anderen Video schon angeschaut. Jetzt möchte ich dir etwas zeigen, wenn wir uns jetzt nur im Kreis Harmonik und Rhythmik bewegen würden, was dann passiert.

Du kannst dir vorstellen: jedes Lebewesen, Säugetiere zumindest, die haben alle einen Pulsschlag, Insekten natürlich auch und die anderen Sachen, eine Pflanze vermutlich nicht. Aber das Leben, das besteht eigentlich aus einem Puls. Du und ich wir haben beide einen Puls solange wir leben. Der Pulsschlag, der Ruhepuls, der befindet sich etwa zwischen 50 bis 70, das kommt ein bisschen auf die Person und auf das Alter drauf an. Und jetzt ist’s immens wichtig, wenn ich mich einfach auf den Puls hinzubewege, wenn ich meinen Fokus darauf setze, dann werde ich automatisch in einen Flow hineinkommen. Das heißt jetzt, wenn ich irgendwelche Akkorde spiele, ich wähle jetzt hier einen c-Moll und danach einen f-Moll, du kannst auch andere Akkorde nehmen, es geht im Moment nur ums Prinzip, dass du das verstehst. Wenn ich das hier so spiele [Musik] – das hört sich ja schon sehr entspannt an würde ich einmal sagen, für mich jedenfalls.

Jetzt, was ist das Geheimnis darunter? Wenn ich sowas spiele, jetzt habe ich im Grunde genommen nur zwei Akkorde, ich zeig’s dir hier noch kurz, also ich hab hier c, es und g, da hab ich einfach dasselbe nochmals gemacht, c, es und g und hier bin ich danach in einen f-Moll7 gegangen über c im Bass, also hier hab ich c, f, as und hier wieder c, es und as. Ich habe nichts anderes gespielt, als das hier. Und jetzt, mein Fokus war jetzt in diesem Moment nicht unbedingt auf die Akkorde oder besonders was Kompliziertes zu spielen, sondern wirklich das einfach fließen zu lassen. Mein Fokus ging in diesem Moment auf den Puls, auf die Pulsation, die darunter liegt und die ging einfach – ph, ph – das war jetzt nur ein Vier-Viertel-Takt den ich jetzt gewählt habe, ist am einfachsten. Jetzt habe ich einfach, ich habe vermutlich halbe Noten gespielt, [Musik] eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier – zum Teil hast du gemerkt, ich hab die Tasten noch ein bisschen mehr angeschlagen, das werden wir später noch anschauen.

Im Moment genügt es, wenn du einfach diese Akkorde spielst und du zählst laut und gleichmäßig mit. Im PianoStarter habe ich das schon vertieft mit dir angeschaut, es ist von Vorteil, wenn du auch den Fuß mitlaufen lassen kannst, dass du die Rhythmen auf drei verschiedenen Ebenen spürst, also hier habe ich Stimme, hier Akkord und hier unten habe ich den Fuß und alles ist zusammen, hier habe ich zum Beispiel nur halbe Noten. Und jetzt stell dir vor, wenn du einfach das hier so auf dich wirken lässt: eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier – und das eine Zeitlang spielst, vielleicht für zwei Minuten, dann wirst du automatisch in die Entspannung kommen, hoffe ich jedenfalls. Das Wichtigste ist einfach, dass du wirklich gleichmäßig bei der Sache bist. Ich stelle immer wieder fest, dass, wenn ich solche Sachen meinen Schülern erkläre, dass sie denken: ja, da muss doch noch mehr kommen.

Irgendwie es muss doch komplizierter sich anhören oder ich muss mehr Noten spielen, dass es sich besser anhört. Das ist falsch. Wenig spielen heißt nicht schlechter spielen. Sobald du die Position verlässt und irgendwie sowas machst [Musik] eins, zwei, drei, vier – jetzt merkst du sofort, jetzt habe ich diesen Entspannungs-Mood verlassen, mein Fokus war jetzt irgendwie, oh, jetzt muss doch irgendwas, irgendwas passieren, es muss irgendwas jetzt gehen, dass es ein bisschen toll sich anhört, das ist völliger Quatsch. Also sobald ich nur das jetzt machen kann [Musik] – ja, das so wirken lassen kann, merkst du, was jetzt passiert? Für mich ist das wie so’n schhhh. Und wenn du das jetzt genug lang gemacht hast so, dann kannst zum Beispiel auch ‘ne Umkehrung verwenden. [Musik] ah, das hört sich ja schon wunderbar an. Ups, da war ein Fehler.

Okay, also ich hoffe das war klar so, in diesem Sinne, in diesem Tutorial. Ich hoffe, es hat dir was genützt. Einfach den Fokus immer auf die Pulsation richten und du wirst wirklich in die Entspannung hineinkommen.