Rhythmisch besser werden

Den Rhythmus besser spüren am Klavier

Dieses Video ist nun für diejenigen gedacht, die schon etwas länger Klavier spielen. Die Finger treffen die Tasten, die Akkorde und deren Umkehrungen sitzen und irgendwie hört es sich … einfach noch nicht richtig gut an. Du willst rhythmisch besser werden. Mein Video soll dir dabei helfen, wie du ein tolles rhythmisches Gefühl bekommst am Klavier. Dies ist für alle interessant, doch am Meisten werden diejenigen profitieren, die einfach Lieder am Klavier begleiten möchten.

Ich wünsche dir ganz viel Spass dabei!

Rhythmisch besser werden

Du kannst die gezeigten Übungen auch ohne Klavier machen. Einfach da, wo du gerade bist einen einfachen Pop Groove tappen. Du wirst staunen wir du plötzlich besser beginnst zu „grooven“ am Klavier.

Transkript des Videos

[Intro]

[Musik]

Hallo und herzlich Willkommen zu einem neuen Video. Mein Name ist Sven Haefliger, ich bin der Gründer und Autor aller Klavierkurse auf klavier-lernen.tv. Hilfe, ich bin unrhythmisch! Das ist das, was die meisten Erwachsenen zu mir sagen, die zu mir in den Klavierunterricht kommen und die schon länger Klavier spielen. Die spielen mir noch ein bisschen was vor, ich muss ja mal schauen, wo die so stehen und wenn sie spielen, dann merken sie selber, ja irgendwie holpert es immer ein bisschen. Das hat einen ganz bestimmten Grund: Die meisten Lehrbücher, Apps, Videos – YouTube-Videos – weiss der Geier was es da alles gibt mittlerweile – die fokussieren sich ausschliesslich auf das Tastendrücken. Du schaust dir die richtige Taste an, nimmst den Finger und drückst das und dann mit der linken Hand natürlich auch und so. Und so weiter und so fort.

Jetzt, ich unterrichte immer nach einem ganzheitlichen Konzept. Und da haben wir, wenn wir die DNA des Musikmachens anschauen, haben wir immer Melodik, Harmonik und Rhythmik. Und Rhythmik ist immens wichtig. Und wenn du nur aufs Auge fokussiert bist, also wenn du nur deine Lehrmethode, wenn das nur das Auge beinhaltet, wo die richtige Taste zu drücken ist, dann wird der Bereich Rhythmus einfach so ein bisschen ja mit einbezogen – da hast du dann eine Achtel- und eine halbe Note – es ist aber folgendermassen: Klavierspielen ist viel mehr als Tastendrücken. Wenn du dir tolle Pianisten anhörst, die dich inspirieren, dann überträgt das ja irgendwo ein Gefühl, was die da machen – das ist viel mehr als nur das Tastendrücken. Und da geht’s meistens auch um die Rhythmik. In diesem Video möchte ich dir jetzt zeigen, wie du dein rhythmisches Gespür verbessern kannst.

Jetzt nochmals ein bisschen zurück. Die Aussage: ‚Ich bin nicht rhythmisch‘ kann eigentlich gar nicht sein. Weisst du warum? Weil ganz Vieles bei dir in Zyklen funktioniert. Das heisst, wir schlafen nachts, wir sind am Tag wach, du hast einen Herzschlag, der gleichmässig ist mehr oder weniger, du hast eine Atmung, also du hast immer wieder in deinem ganz persönlichen Alltag hast du immer wieder Sachen, die sich immer wieder wiederholen in einem bestimmten Rhythmus. Und so kannst du gar nicht unrhythmisch sein. Und wenn du das aufs Klavier probierst zu übertragen, dann ist das noch ein bisschen schwieriger. Und jetzt, nur weil du es im Moment nicht kannst, heisst das nicht, dass du unrhythmisch bist – du kannst es lernen. Genau und darum geht’s. Das ist eigentlich mein Job, das ist das, was ich mache den ganzen Tag.

Okay, jetzt also: Du gehst am besten – mit der linken Hand drückst du irgendeinen Akkord. Und dann zählst du einfach mal laut mit – mach nur mal eine ganze Note. Eins – ich habe hier jetzt einfach einen einfachen C-Dur genommen, du kannst auch irgendeinen anderen Akkord benutzen, der dir gefällt. Und wenn du das hier so machst, drückst du einfach auf die Eins, spielst den Akkord – eins, zwei, drei, vier. Und dann zählst du laut mit. Das ist wichtig, dass du laut zählst, dass du gleichmässig zählst und dass du mit kurzen Silben zählst. Also: eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier – nichts Anderes – zwei, drei, vier. Mach das einfach solange, bis es sich gut anfühlt für dich. Eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier.

Wenn das gut geht, dann kannst du auch deinen linken Fuss hinzunehmen und der tappt dann einfach so mit, genau da wo du zählst. Eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier – du kannst dir das so vorstellen: Jemand, der ein gutes rhythmisches Empfinden hat, der hat das auf drei Ebenen, das heisst die Stimme, die Hände und mit den Füssen. Eins, zwei, drei, vier und dann kannst du zum Beispiel wieder auf die Eins kannst du einen anderen Akkord benutzen – zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier. Also das, was ich hier mache, das brauchst du nicht zu machen, das mache ich nur zu Demonstrationszwecken. Wichtig ist, dass du gleichmässig zählst, kurze Silben hast, hier nur auf die Eins spielst und den Fuss mitlaufen lässt. Und du hast gemerkt, wenn das schon gleichmässig geht, das hast du vermutlich noch nie geübt vorher, dann hört sich das schon an wie ein Intro eines Stücks. Also eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier und eins – ja, genau. Und wenn das gut geht, dass du dein rhythmisches Gefühl noch verstärken kannst, kannst du Folgendes tun. Du tappst hier mit der rechten Hand einfach auf deinen Oberschenkel und zwar schlägst du da die Zwei und die Vier an.

Wenn du dir Popmusik anhörst, wie Popmusik funktioniert, der Schlagzeuger, der hat so eine kleine Trommel vor sich, das ist eine sogenannte Snare und da wird die Betonung immer auf die Zwei und auf die Vier gemacht und das erzeugt ein Gefühl von „Hm, cool“. Der grösste Teil der Popmusik, 98 Prozent etwa, ist immer in einem 4/4-Takt, das heisst ich habe immer eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier – du merkst, wenn ich das nur schon so spiele, das so mitklopfe, das ist ein Gefühl, ein Körpergefühl, das da mitkommt, das du vermutlich vorher noch nie so geübt hast und sobald du das hier so hast, sobald du das intus hast, wird alles, was du spielst auf dem Klavier sich etwa 150% besser anhören als vorhin. Ich mache es nochmals: Ganz langsam, ich zähle wieder mit. Eins, zwei, drei, vier – der Fuss geht mit – eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier – du kannst so mitmachen mit mir – zwei, drei, vier – nur auf dem C bleiben – eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier – mach Am – eins, zwei, drei, vier, und noch ein G – eins, zwei, drei, vier und eins – ja genau  – wenn das gut geht, kannst du probieren sowas zu machen, du kannst einfach ein bisschen rumspielen mit der rechten Hand. 

Yeah. Du merkst, nur schon das hört sich cool an. Ups. Und G. Dann kannst du dir vorstellen, wenn du dieses Gefühl jetzt verankert hast und du beginnst jetzt mit der rechten Hand nur ganz einfache Melodien zu spielen, dann wird es sich sofort cool anhören. Und da geht’s jetzt nicht um die Noten – wo ist welche Note, wo ist die richtige Note – sondern du spielst einfach vielleicht nur mit drei Tönen hier sowas. Ich probier jetzt mal was, einfach so improvisiert. Eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, und vier und, eins, zwei, drei und vier und eins, zwei, und drei und vier und eins, zwei, drei und vier und eins, zwei, und drei und vier und eins, zwei und drei und vier und eins, zwei, drei und vier und …eins, zwei, drei und vier und eins, zwei, und drei und vier und eins, zwei und drei und vier und eins, zwei und drei und vier und eins – genau. Du hast gemerkt – was ich jetzt gemacht habe, ich habe nur auf diesen 5 Tönen herumgespielt, ich habe was improvisiert und da habe ich nur die Akkorde C, Am, F und G benutzt. Es war eigentlich total easy, es ist technisch nicht schwierig was ich gespielt habe jetzt hier, aber es hat sich cool angehört und ich denke darum geht’s.

Also wenn du jetzt am Klavier sitzt und sagst: Ja, ich improvisiere auch. Das sagen mir vielfach die Schüler – sie improvisieren was. Nun hört sich das irgendwie so an – ein bisschen übertrieben, das ist klar. Genau, wenn du aber so Klavier spielst, da würde ich dir raten, dass du nochmals wirklich 2 Schritte zurück machst, genau das so übst, wie ich es vorhin gezeigt habe, bis sich dieses Gefühl eingestellt hat und achte immer darauf, wenn du sowas spielst, dass du gleichmässig bist, dass du gleichzeitig mitzählen kannst, du kannst den linken Fuss mitlaufen lassen und dann wird sich alles, was du spielst um ein Vielfaches besser anhören. Und dann kommst du wirklich ins Musikmachen, dass du sagst: Hey, das ist cool, wenn ich mich ans Klavier setze, da kommt was raus, was mich inspiriert, was mir gefällt und was auch andere inspiriert. Und das wünsche ich dir.

Falls du Rhythmus nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch lernen möchtest, dann kann ich dir nur meinen interaktiven Kurs „Chords&Scales“ ans Herz legen. Hier lernst du alles, was du über Harmonielehre wissen musst. Kontaktiere mich für eine Probelektion, wenn dich das interessiert. Und hinterlasse mir auch gerne Feedback. Durch die Rückmeldung meiner Schüler hab ich schon einiges verbessern können. Deshalb ist mir ein interaktives Miteinander so wichtig.

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