Songwriting am Klavier – die fertige Idee mit Modal Interchange

 

Transkript zum Video:

Das was wir vorhin miteinander angeschaut haben, das erfordert ein bisschen Geduld, auch wenn’s noch nicht sofort super klingt, dann möchte ich dich einfach ermutigen, dass du dran bleibst. Mit der Zeit wird sich das natürlich anfühlen. Ich hab das schon mehrere Male bei meinen Schülern beobachten können, bei mir übrigens selber auch: Zu Beginn die Sache mit der Pulsation  ist relativ tricky, unser Verstand ist nicht darauf programmiert das automatisch jetzt sofort umsetzen zu können, sondern es erfordert wirklich ein bisschen Übung. Aber wenn du dran bleibst, dann wirst du die Früchte bald ernten können.

Jetzt, wenn wir weitergehen, wenn du jetzt schon diese Pulsation hier drin hast und du hast ein paar Ideen, wie das Ganze, wie du den Text in die Position hineinfügen kannst, dann kannst du den Schritt weitergehen. Jetzt habe ich hier diesen Text nochmals vor mir, ich werde diesen jetzt so vor mir liegen und hier kannst du einfach ein normales Notenblatt benutzen. Hier habe ich jetzt zum Beispiel einfach ganz, ja, normale Noten, so, die Notenlinien und jetzt, du kannst dich erinnern im PianoStarter habe ich das bereits schon einmal erklärt. Wir haben immer wieder vier Takte zur Verfügung. Die meiste Musik, bei den einfachen Popsongs ist so aufgebaut, dass wir immer wieder so genannte Vierer-Pakete haben, also immer wieder vier Takte nacheinander, vielleicht nochmals vier und dann kommt der nächste Abschnitt. Und so kannst du jetzt zum Beispiel einfach sagen: Okay, ich trage jetzt einfach mal die vier Takte so ein. Jetzt hätte ich hier den ersten Takt, oder hier wäre der zweite Takt, hier der dritte und hier der vierte. Und jetzt kannst du wirklich total kreativ kannst du probieren den Text hier so einzufügen. Wenn ich jetzt hier die Zählzeiten noch hätte, manchmal hilft das noch, wenn wir das veranschaulichen so, dann hast du jetzt hier wirklich eins, zwei, drei, vier – ich mache jetzt hier einfach so Kreuze hin – und jetzt kannst du einfach nochmals den Text nehmen und dann mal schauen, okay, wo würde was beginnen.

Sieht jetzt folgendermaßen aus, ich mach die Pulsation nochmals. Jetzt habe ich den Text: „Wie glücklich ist ein Mensch, der die Weisheit gefunden und Erkenntnis erlangt hat“. Genau, und jetzt sagst du vermutlich das waren jetzt vier Takte, jetzt sagst du vermutlich: Ja, aber der Text ging ja gar nicht über vier Takte. Ja, völlig klar. Kein Text ist wirklich, wenn er ohne jegliche Absicht poetisch getextet wurde mit der Absicht so getextet, dass er genau in vier Takte hineingeht. Das Ziel ist, dass du den Text, den du bereits getextet hast, oder den Text, den du nimmst, dass du diesen jetzt hier irgendwie logisch einfügst und es dürfen auch Pausen entstehen. Das ist absolut megawichtig, denn die Pausen sind genauso wichtig, wie die Melodie selber. Jetzt, was ich gemacht habe, wenn ich mich nochmals erinnere, habe ich zum Beispiel: „Wie glücklich, ist ein Mensch, der die Weisheit gefunden und Erkenntnis erlangt hat“. So in dieser Art hab ich das gemacht, ja, ich glaub das war ziemlich so. Jetzt, “Wie glücklich” zum Beispiel, da hab ich jetzt einen Auftakt genommen, das wäre jetzt, wenn ich den Text hier so hineinschreiben würde: “Wie glücklich ist ein Mensch” “ist der Mensch, der die Weisheit”, “der die Weisheit” – “Weisheit” ist wieder betont und bei “Weisheit” hab ich vermutlich wieder die Eins genommen. Jetzt werd‘ ich das nochmals überprüfen für mich: “Wie glücklich ist ein Mensch, der die Weisheit gefunden und Erkenntnis erlangt hat” – ja, jetzt hört sich’s toll an so, für mich jedenfalls. “Wie glücklich ist ein Mensch, der die Weisheit … gefunden und Erkenntnis…erlangt hat.” Wichtig: Im Moment schreibst du keine Notenwerte hin, das würde ich dir nicht empfehlen, sondern nur wo die Betonungen etwa sind, du hast jetzt hier wiederum “glücklich”, “Weisheit”, “Erkenntnis” habe ich hier wieder betont.

Jetzt, wenn ich das so vor mir habe, da merke ich: Ja, okay, ich habe jetzt einfach die ersten drei Takte mit diesem Text ausgefüllt, mit der Pulsation und der vierte Takt ist Pause. Da kommt das Klaviersolo oder die Klavierbegleitung, je nachdem. Und wenn ich das jetzt nochmals so für mich mache: “Wie glücklich ist ein Mensch, der die Weisheit gefunden und Erkenntnis erlangt hat” – vierter Takt. Wiederholen “Wie glücklich ist ein Mensch, der die Weisheit gefunden und Erkenntnis erlangt hat” – genau. Du hast vermutlich jetzt festgestellt, ich habe zum Teil ein bisschen gezielter auf den Schlag die Worte betont und manchmal habe ich sie ein bisschen geschoben, bewusst ein bisschen geschoben – werden wir später anschauen, das ist ein bisschen tricky. Jetzt hast du, wenn du das so vor dir hast, hast du schon eine Vorstellung wie der Text, den du vorhin getextet hast, hier in diese Takte hineinkommt und das kannst du dann nachher natürlich mit diesem Text jetzt weiter machen, ich möchte dir das auch nicht vorgeben, es ist dein Song, den du textest oder komponierst und ja, du darfst hier wirklich kreativ sein. Es gibt nicht richtig und falsch. Achte einfach auf diese Prinzipien, dass es sich natürlich anfühlt und dass du hier zunächst, das würde ich dir so empfehlen, immer vier Pakete verwendest.