Unabhängigkeit der Hände

Unabhängigkeit der Hände

Die Unabhängigkeit der Hände beim Klavier spielen ist ein zentrales Thema für alle Pianisten. Denn niemand ist auf die Welt gekommen und hatte die Fähigkeit, seine Hände unabhängig voneinander zu koordinieren.

Gezielte Übung bringt dich weiter

Schau dir dieses Video an und übe gemäss den Anleitungen. Achte einfach auf dein Spielniveau: wenn du ein Anfänger bist am Klavier, dann übe einfach so wie im ersten Teil des Videos erklärt. Fortgeschrittene Klavierschüler können sich natürlich auch schon weiter wagen. Die letzten Übungen in diesem Video sind für Fortgeschrittene Pianisten gedacht.

Weniger ist mehr

Wenn du diese technischen Übungen am Klavier absolvierst, dann übe diese nur wenige Minuten pro Übungssession. Dafür hochkonzentriert und genau. Das hilft dir mehr, als wenn du diese an einem Stück für 30 Minuten machst. Dein Verstand & deine Hände benötigen immer wieder Ruhepausen um das Gelernte zu verarbeiten. Die Bewegungen werden dann mit der Zeit verinnerlicht. Das heisst, du brauchst während dem Spielen nicht mehr darüber nachzudenken.

Übung macht den Meister

Unabhängigkeit der Hände kann übrigens auch ohne Klavier trainiert werden. Extra für meine Klavier Einsteiger erkläre ich im interaktiven PianoStarter Kurs diverse Übungen, wie man dies in den Griff bekommt. Das Beste ist: wenn’s einmal drin ist, dann geht’s nicht mehr weg. Das heißt, egal welche Art von Klaviermusik du spielst, du wirst immer davon profitieren.

Transkript des Videos:

[Intro]

Hallo und herzlich Willkommen zu einem neuen Video, mein Name ist Sven Haefliger, ich bin der Gründer von klavier-lernen.tv, ich biete eine Fülle an Klavierkursen für jeden Geschmack und jedes Spielniveau. 

Hier in diesem Kurs möchte ich dir etwas zeigen. Ich möchte etwas aufgreifen, was vielfach als Problemzone von meinen Schülern geschildert wird. Vielfach kontaktieren mich meine Schüler und sagen mir: Ich habe ein Problem. Ich kriege das nicht hin mit der Unabhängigkeit der Hände. Ja und da sage ich jeweils: Okay, da gibt es eine ganz einfache Antwort – du musst es üben. Niemand ist auf die Welt gekommen und konnte das einfach schon Beginn weg einfach so sich ans Klavier setzen und unabhängig spielen. Und wenn das mal der Fall sein sollte, dann sind das doch die absoluten Genies, das sind dann wirklich von etwa einer Million vielleicht einer. Aber alle anderen müssen es üben. Und da gehöre ich auch dazu und du vermutlich auch.

Ich werde dir jetzt in diesem Video ein paar Übungen zeigen, wie du es wirklich auf die Reihe kriegst. Wichtig ist, dass du es einfach ganz langsam machst. Ich stelle immer wieder fest bei meinen Schülern, wenn sie zu mir kommen und mir sowas demonstrieren. Sie machen es viel zu schnell und ihr Verstand, der versteht gar nicht was wirklich passiert. Also es geht darum, dass du den Verstand und die Finger wirklich zusammen bekommst und dann hast du es wirklich drin.

Einige Übungen für dich

Ganz einfach, du beginnst jetzt hier einfach mit dem c hier, so quasi die Grundstellung mit der rechten Hand. Und spielst nur die ersten 5 Töne. Dasselbe machst du jetzt mit der linken Hand. Das ist easy denke ich. Und dann zunächst machst du es nur zusammen. Und wenn du das so spielst, dann achte darauf, dass die Töne wirklich zusammen erklingen und dass du keine Betonungen machst. Also nicht sowas in dieser Art. Keine Betonungen im Moment.

Okay, ich denke, das ist nicht so schwierig. Dann, wenn das gut geht, kannst du es gegeneinander laufen lassen. Das heisst, wir beginnen jetzt hier mit dem g oben und hier mit dem c unten. Genau. Hier dasselbe wieder, du machst keine Betonungen und es sind einfach Viertelnoten oder Achtel, wie du es anschaust – es kommt gar nicht darauf an.

Und du merkst, es hört sich gut an, wenn du hier wieder aufhörst, dann hörst du auch hier wieder unten auf. Okay, ich denke, das sollte gehen. Es ist nicht so schwierig. Und wenn das gut geht, dann kannst du probieren – ganz langsam natürlich zu Beginn – dass du mit der rechten Hand Achtelnoten spielst und hier mit der linken Hand zunächst einmal Viertelnoten. Dann kriegst du das. Eins und zwei und drei und vier und eins und zwei und drei und vier und eins.

Ich habe jetzt laut mitgezählt, wenn das zu schwierig ist für dich, dann machst du es einfach so, dass du das kommentierst, was hier unten passiert. Das heisst, du denkst einfach laut. Du denkst okay, zusammen, rechte Hand, zusammen, rechte Hand, zusammen, rechte Hand, zusammen, rechte Hand, zusammen. Also es ist wirklich wichtig, wenn du das kommentierst, dann hörst du das ja gleichzeitig auch wieder was du kommentierst und dann wird’s wirklich tief hineingehen in deinen Verstand.

Es hat keine Eile

Also nicht einfach hier nur sowas probieren – das sehe ich vielfach bei meinen Schülern. Mach’s wirklich langsam. Oder wenn du sagst vielleicht okay, ich kann’s zwar hier schnell machen, aber ich kann’s nicht langsam, dann ist das einfach, das merkt man, dass du es irgendwie so ein bisschen hineingepügelt hast in die Finger, aber dass dein Verstand gar nicht nachkommt was passiert. Und wenn du es später mal wieder reproduzieren möchtest oder du hast ein Stück vor dir, wo sowas in dieser Art vorkommt, dann wirst du es vermutlich nicht auf Anhieb können, weil es einfach zu wenig tief in dir drin ist. Wenn du es langsam machst, dann ist es wirklich drin und wenn es mal vorkommt in einem Stück, dann kannst du sicher sein, dass du es auch sofort spielen kannst. Ups, ja, genau. Okay.

Gleichzeitig spielen und sprechen ist ein bisschen schwierig manchmal. Okay. Dann dasselbe kannst du natürlich auch für die linke Hand so tun. Genau dasselbe kannst du hier Achtelnoten spielen und hier Viertel und dann kriege ich das. [Musik] Und hier linke, linke, zusammen, ups, ja, genau. Hier einfach Achtel und hier habe ich die Viertel. Und wenn das gut geht, dann kannst du probieren, die ganze C-Dur-Tonleiter zu spielen, das kannst du aber auch in jeder anderen Tonart machen, na klar, das geht natürlich auch. Ich demonstriere es einfach in C-Dur, weil es am einfachsten ist. Und wenn du das mit beiden Händen machst, dann hast du das hier so, dass du an unterschiedlichen Orten unter- und übergreifen wirst.

Üben, Üben, Üben

Das ist vermutlich ein bisschen tricky zu Beginn, und da kannst du auch ganz langsam machen. Du machst einfach – also du spielst die Tasten zusammen. Dann hier kommentierst du, okay, mit der rechten Hand untergreifen, dann mit der linken Hand übergreifen und dann bist du hier und das musst du vielleicht ein paar Mal wirklich so üben, du sagst laut was passiert: zusammen, zusammen, easy zusammen, untergreifen hier mit dem Daumen, okay, es geht, okay, super, okay, dann übergreifen mit dem Mittelfinger der linken Hand und dann bist du hier oben.

Dann dasselbe wieder Retour: …jetzt untergreifen mit dem Daumen der linken Hand, übergreifen mit der rechten Hand, Mittelfinger, okay. Und wenn du das  so laut kommentierst und ganz langsam machst, mit der Zeit wird es wirklich drin sein und dann kannst du es wirklich spielend so spielen. Wenn das gut geht – du kannst dir das gut vorstellen, du kannst hier wiederum die Achtel spielen oder hier die Achtel und wenn das gut geht, dann kannst du es auch gegeneinander laufen lassen. Wenn ich das jetzt so abkürze, dann wäre das so, jetzt habe ich hier die Achtel, hier die Viertel.

[Musik]

Genau und dann hörst du wieder hier auf. Ich habe jetzt die letzten 2 Schritte abgekürzt. Was ich da jetzt gezeigt habe ist einfach hier Achtel, hier Viertel, gegeneinander laufen lassen. Also nochmals kurz Repetition: Zuerst machst du das nur mit 5 Tönen, dann brauchst du nicht untergreifen und übergreifen. Dann hast du hier Achtelnoten, hier Viertel, dann umgekehrt hier Achtel und da Viertel. Wenn das gut geht, lässt du es gegeneinander laufen, dann kannst du wiederum hier Achtel spielen, hier Viertel, dann wieder hier Achtel, hier Viertel und wenn das gut geht, machst du dasselbe noch mit der ganzen Tonleiter, also mit allen 7 Tönen, respektive mit 8 Tönen mit der Oktave noch dazu, und das kannst du natürlich mit allen Tonleitern so machen.

Wie du Unabhängigkeit der Hände am besten übst

Okay, ich glaube das gibt jede Menge zu üben. Jetzt vom Konzept her ist wichtig, dass du das nicht eine halbe Stunde lang übst zu Hause, das wäre ziemlich langweilig. Führt auch meistens in Frust. Du machst es einfach folgendermassen: Du hast ein Smartphone. Du stellst es vor dich hin, dann hast du einen Timer da drauf und dann machst du es vielleicht 3 oder 5 Minuten. Ich würde es wirklich nicht länger machen, aber wenn möglich, mache es jeden Tag 3 bis 5 Minuten und du wirst schon nach ein paar Tagen, ein paar wenigen Wochen, wirst du wirklich grosse Fortschritte feststellen, weil dein Verstand, der braucht ein bisschen Zeit, das hier Gelernte wieder zu verarbeiten.

Okay, ich hoffe, es war hilfreich. Falls nicht, oder falls noch irgendwas ist, dann hinterlasse mir hier unten einfach einen Kommentar oder schreib mir übers Kontaktformular. Ich freue mich über alle Feedbacks.

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